Island

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Die Isländer wirken modern, aufgeschlossen, freundlich und bestechen durch die Aussprache der unverständlichen, aber wohlklingenden Wikinger-Sprache sowie ihren besonderen englischen Akzent. Ein Großteil der Menschen glaubt an Elfen. Das Land leistet sich eine eigene Elfenbeauftragte, die unter anderem dafür verantwortlich ist, Baugrundstücke vor der Erschließung auf ein Elfenvorkommen zu untersuchen. Findet sie Elfen, sollten die Bauherren schnell neuen Raum suchen oder einfach drumherum bauen.

Das eher spärlich besiedelte Inselreich lässt sich ansonsten sehr gut in touristisch interessante Gebiete aufteilen. Der Süden Islands ist übersät mit Sehenswürdigkeiten. Entlang der Ringstraße, die die gesamte Insel umrundet findet man Wasserfälle, Strände aus feinem schwarzen Sand, Klippen, den tosenden Atlantik, Gletscher, Vulkane und natürlich die bekannten Hot Pots. Wer möchte und weiß, wo die entsprechenden Stellen sind, springt einfach von einer auf die andere tektonische Platte und somit von einem zum anderen Moment von Amerika nach Europa und zurück. Übernachten sollte man am südlichsten Zipfel Islands im kleinen Örtchen Vík. Dort gibt es sowohl Hotels als auch Hostels und private Unterkünfte. Wir waren zum einem im Puffin Hostel, einem recht einfachen aber dennoch höchst charmanten Hostel. Zum anderen haben wir bei der Deutschen Auswanderin Erika ein freundliches Obdach gefunden. Erika lebt seit einigen Jahren auf der Insel und hat gute Tipps für die Erkundung der Gegend parat. Sie teilt ihre Wohnung mit den Gästen. Wenn man ihr sympathisch ist, ist sie auch gern bereit, ein köstliches Essen zuzubereiten.

Westlich von Vík liegen die Westmänner Inseln, die man mehrmals täglich leicht mit einer Fähre erreichen kann. Auf der Hauptinsel brach 1973 über Nacht ein Vulkan aus, begrub ein Drittel der Hauptstadt Heimaey unter sich und vergrößerte die Insel wiederum um einen ganzen östlichen Zipfel. Auf manchen der kleinen Westmänner Inseln steht lediglich ein einziges Haus. Auf der Hauptinsel findet man in der kleinen Stadt Heimaey einen hervorragenden Ausgangspunkt für Fahrradtouren. Beste Empfehlungen für Essen und Getränke sind mit Abstand das Restaurant Slippurin und das Café Gott. Für den Besuch der Hauptinsel sollte man mindestens (!) einen Tag einplanen.

Zurück auf dem Festland sollte man sich unbedingt den westlichen Teil der Südküste anschauen. Die zwei bekanntesten Wasserfälle, Skogafoss und Seljalandsfoss sind einen Stopp wert und bieten sich als Fotomotiv an. Gleich um die Ecke findet man einen der ältesten Hot Pots Islands unmittelbar neben dem inzwischen weltbekannten Vulkan Eyjafjallajökull. Der Weg zu diesem Pool, der sich mit 30-40 Grad warmen Wasser direkt aus dem Berg befüllt, ist nicht ganz leicht zu entdecken und erfordert etwas Geschick beim 45 minütigen Aufstieg. Aber der Weg lohnt sich!

Östlich der Westmänner Inseln ist die Gegend um Vík ein Highlight. Nicht nur die schwarzen Sandstrände direkt an der Ortslage, sondern auch die wenig entfernten schroffen Felsen, Klippen und der atemberaubende Blick auf die Berge und das Meer bilden eine Kulisse, die es so nur auf Island gibt. Nicht verpassen sollte man insbesondere den Weg, der auf die Klippen direkt am Strand führt. Er führt direkt von der Rundstrasse auf die 218 Richtung Meer.

Ein weiterer Höhepunkt ist der in die Jökulsárlón-Bucht kalbende Gletscher Breiðarmerkurjökull. Eisschollen driften dort langsam vor sich hin und landen nach einer kleinen Enge im Meer, wo sie in Einzelstücken wieder an den schwarzen Sandstrand gespült werden und wie Kristalle aufgereiht zu finden sind. Die Fahrt von Vík zum Jökulsárlón dauert je nachdem, wie lange man auf den Lavawüsten unterwegs rumklettert, 2,5-3 Stunden.

Verlässt man den Süden in Richtung der charmanten Hauptstadt Reykjavik lohnt sich ebenso ein ein- bis dreitägiger Abstecher in den Thingvellir Nationalpark. Dort kann man nicht nur zwischen Europa und Amerika hin und herspringen, sondern sieht an der Stelle der sich teilenden Kontinentalplatten kristallklares Wasser und ein tolles Panorama inmitten einer grünen Idylle. Im Thingvellir findet man, zumindest für isländische Verhältnisse, einen dichten Baum- und Buschbewuchs. Das älteste bestehende Parlament der Welt, das Althing, hat ebenso im Thingvellir seinen Ursprung. Der Platz, auf dem die Wikinger einst einmal pro Jahr die tragenden Themen der Insel besprachen, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und durch die Flagge kaum zu verkennen. Als Ausgangspunkt der Erkundungstouren durch den Nationalpark empfehlen wir das Héradsskólinn Hostel. Der Thingvellir Nationalpark ist Teil des weithin bekannten Golden Circle, einer Rundtour, die mehrere sehenswerte Natur-Attraktionen aneinander reiht. Der Golden Circle bietet sich an, wenn man nur wenig Zeit auf Island hat und sich von möglichst vielen unterschiedlichen Naturschauspielen beeindrucken lassen möchte. So kommt man auf dieser Route z.B. an dem gigantischen Wasserfall Gullfoss vorbei, der über zwei treppenartige Stufen riesige Wassermassen in eine insgesamt 32 m tiefe Schlucht stürzen lässt. Auch der Geysir Strokkur ist Teil des Golden Circle und äußerst sehenswert. Verlässlich alle 7 bis 10 Minuten bricht er aus und strahlt seine heiße Wassersäule bis zu 35 m in die Höhe. Er befindet sich unweit dem namensgebenden „Original“-Geysir, dem Großen Geysir, der jedoch kaum noch aktiv ist.

 

Angekommen in Reykjavik erlebt man die kleinste und mit Sicherheit auch eine der interessantesten Hauptstädte Europas. Shoppingmöglichkeiten ergeben sich eher in kleineren Geschäften und Boutiquen als in großen Malls. Die großen Flohmarkthallen am Hafen unweit des beeindruckenden Konzertgebäudes Harpa ist ein Muss. Das Nachtleben in Reykjavik wirkt urban und vielseitig. Die meisten Clubs sind klein (z.B. Kaffibarinn), was aber sehr sympathisch wirkt und unserem Geschmack entspricht. Wer also die Großraumdiskothek mit Charts nonstop sucht, ist in der nördlichsten Hauptstadt der Welt falsch. Ansonsten mangelt es weder an Restaurants, Bars (Tipp: Prikid) noch an Clubs. Einen Aufenthalt im KEX Hostel sollte man keinesfalls verpassen. Die Mischung aus diversen Vintage Designmöbelstücken, die extra für dieses Hostel auf die Insel gebracht worden sind, und der charmante und sehr freundliche Empfang sind ein Highlight.

Schafft man noch den Westen des Landes zu erkunden, sollte man als Anlaufpunkt die nette kleine Hafenstadt Stykkisholmur wählen. Wenn man das nötige Kleingeld aufbringen möchte, ist das Hotel Egilsen eine gute Wahl. Von dort aus kann man die Halbinsel, die angeblich alle isländischen Naturphänomene an einem Ort beherbergt, gut erkunden. Der Weg zu den bekannten Westfjorden führt mit der Fähre von Stykkisholmur vorbei an der Insel Flatey direkt zu den weitläufigen Fjorden der nördlichsten Region.

Fazit

Island ist eines der beeindruckendsten und für uns wertvollsten Reiseziele, die wir bislang sehen durften und eine oder mehrere Reisen absolut wert.

 

Galerie

11 Gedanken zu “Island

  1. *Wow…
    wenn man so einiges, von dem ihr berichtet, selbst erleben durfte, ist meine Begeisterung von eurem Beitrag, richtig grossssssssssssssssssssssssss ❤
    Ich wünsche mir von ganzem Herzen, noch mehr von Island erkunden zu können
    und vielleicht bekomm ich ja wieder mal ein Geschenk dieser Art *grins.

    Ganz tolle und beeindruckende Fotos und ein sehr interessanter und aufschlussreicher Bericht….

    danke dafür und liebe Grüsse,
    Uschi

    PS: Und ich werde mit viel Freude, gleich noch etwas mehr bei euch stöbern.

    Tolles Blog ❤

    Gefällt 1 Person

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